Schon viele Redewendungen, die wir im Alltag verwenden, verdeutlichen das Zusammenspiel von Körper und Psyche:

  • Ein Problem bereitet uns Kopfzerbrechen.
  • Etwas geht uns an die Nieren.
  • Sich etwas zu Herzen nehmen.
  • Schwer ums Herz zu sein.
  • Es läuft einem die Galle über.
  • Es verschlägt einem die Sprache.
  • Etwas geht uns unter die Haut.
  • Etwas liegt wie ein Stein im Magen.
  • Man hat einen Kloß im Hals.

Folgende Theorien versuchen, den Entstehungsmechanismus von psychosomatischen Krankheiten zu erklären:

Ein innerer wichtiger Wunsch, der nicht gelebt werden kann – ja sogar teilweise nicht einmal gedacht werden darf, weil es Verbote von außen und innen gibt, bildet einen unbewussten Konflikt. Dieser wird ins Körperliche verlagert und bildet Symptome, wie z.B.Schmerzen, nicht organisch erklärbare Erkrankungen oder Lähmungen.

Gefühle wie Angst, Wut oder Enttäuschung gehen mit Reaktionen des unwillkürlichen Nervensystems (vegetatives Nervensystem) einher. Es kommt zu Herzklopfen, Schwitzen, Erhöhung des Blutdrucks etc. Das sind Reaktionen des Körpers, die evolutionsgeschichtlich uralt und wichtig sind, um auf die Anforderungen der Umgebung zu reagieren. Durch die Angst Gefühle zu zeigen, werden sie in sich „hineingefressen“ und verursachen einen "Gefühlsstau".

Auch Dauerstress kann zu körperlichen Symptomen führen. Erfolgen keine Gegenmaßnahmen, wie etwa Entspannung, Änderung der Situation, Konfliktlösung etc., schüttet der Körper kontinuierlich Kortisol aus. Dieser Stress kann krank machen. Beispiele, die zur ständigen Kortisolausschüttung führen können, sind unlösbare Konflikte, Überforderung am Arbeitsplatz oder in der Schule, familiäre Probleme und vieles mehr. In dieser Phase kann es passieren, dass sich Menschen zurückziehen und Depression, Burnout oder andere Erkrankungen entstehen. Auch das Immunsystem wird durch andauernden Stress geschwächt.

Weitere Faktoren, die psychosomatische Krankheiten begünstigen können, sind mangelnde Selbstliebe oder mangelnde Abgrenzung, sich ständig in der Opferrolle wiederfinden, Mangel an Problemlösungsstrategien...

In der Psychotherapie wird z.B. versucht, eine neue Betrachtungsweise aufzuzeigen – die Gefühle wieder mit den vegetativen Reaktionen in Verbindung zu bringen und sie Ihnen bewusst zu machen. Manchmal können negative Emotionen auch in positive Gefühle umgewandelt und dadurch unterbrochen werden (z.B. indem man nicht nur den Nachteil, sondern auch den Vorteil einer gewissen Situation betrachtet).

Außerdem ist es ganz wichtig die Sprache des Körpers zu verstehen, seine Grenzen zu erkennen und zu achten und neue Lösungsstrategien zu erlernen.